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ACES LIBRAigltqii

ACES LIBRARY

Yerhandlungen

der kaiserlich-königlichen

zoologisch - botanischen Gesellschaft

in Wien.

Herausgegeben von der Gesellschaft, Redigiert voix Aiiton Handlirsch,

jf) k. u. k. Kustosadjunkt am natuiliistorischen Hofmuseum.

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Jahrgang 1904. LIV. Band.

Mit 2 Tafeln und 13 Figuren im Texte.

Wien, 1904.

Pur das In- und Änsland besorgt durch A. Holder, k. und k. Hof- und Universitäts-Buclihändlcr.

Druck von Adolf Holzhausen, k. und k. Hof- und Universitäta-Buchdruckei in Wien.

Adresse der Redaktion: Wien, I., Wollzeile 12.

Bericlit der Sektion für Lepidopterologie.

Versammlung am 4. Dezember 1903. Vorsitzender: Herr Dr. H. Bebel.

Der Vorsitzende begrüßt als neu eingetretenes Gresellschafts- und Sektionsmitglied Herrn Rudolf Swoboda, Kontrollor der österr.- ungar. Bank i. R.

Herr Fritz Wagner und der Vorsitzende schlagen weiters Herrn Otto Leonhard, Privaten in Blasewitz-Dresden, als aus- wärtiges Gesellschafts- und Sektionsmitglied vor.

Herr Fritz Wagner weist hierauf eine für unsere Monarchie neue Geometridenart vor: Gnophos Tibiaria Rbr., die heuer in Pola am 28. August in einem Stück gezogen wurde.

Herr Dr. Rebel bemerkt hierzu, daß das Hofmuseum ein Pärchen dieser Art mit der Bezeichnung „Lederer, Dalmatien, 1868" besitze^ dessen angegebene Provenienz jedoch von Dr. Staudinger, der ein Stück zur Ansicht hatte, angezweifelt wurde, da er gleich präparierte Stücke von Graslin aus Frankreich erhalten habe. Auf Grund dieser Mitteilung wurde in der neuen Katalogsauflage (Nr. 3957) bei der Vaterlandsangabe der Art der Beisatz „Dalmatia ex errore" gemacht. Durch das nunmehrige Auffinden derselben in Pola kann jedoch die Angabe Lederers für Dalmatien kaum mehr angezweifelt werden.

Herr Egon Galvagni berichtet über den Fang von Colias Edusa F. 9 ab. Helicina Obthr. in Wimpassing (Leithagebirge), wovon er am 16. und 25. Oktober 1. J. je ein Stück erbeutete. Die- selben werden vorgezeigt, desgleichen ein partieller Albino derselben Art (9) vom gleichen Fundorte.

Z. B. Ges. Bd. LIV. 1

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Versammlung der Sektion für Lepidopterologie.

Herr Hofrat Pieszczek weist aus seiner heurigen Ausbeute von^ Judenburg Golias Myrmidone 9 ab. Alba Stgr. aus der Früh- jahrs- und Sommergeneration vor. Die Stücke zeigen keinen durch- greifenden Unterschied^ jene der ersten Generation treten viel seltener auf und sind etwas kleiner. In der zweiten Generation ist die weiße Form des $ sogar häufiger als die gelbe.

Weiters demonstriert derselbe die heuer gefundenen Eaupen von GnopJios Caelibaria var. ZirhiUensis Piesz. vom Zirbitzkogel. Dieselben stimmen bis auf die geringere Größe vollständig mit der Raupe der var. Spurcaria Lah. im Hofmuseum überein.

SchließUch weist derselbe von dort noch heuer erbeutete Stücke von Ägrotis Hyperhorea var. Carnica Hering vor, die aber an Intensität der roten Färbung nicht das vor zwei Jahren erbeutete Stück erreichen.

Herr Dr. Kolisko berichtet unter Vorbehalt weiterer Mit- teilungen über die Inzucht von Bilina Tiliae L. und das Auftreten der ab. TJlmi Stgr. in derselben. Das Geschlechtsverhältnis stellt sich heuer so dar, daß unter 15 erhaltenen Faltern nur ein $ auf- trat, welches zur Weiterzucht verwendet wurde.

Die Herren Dr. Kempny und Galvagni halten das Auf- treten von ab. Ulmi für eine Degenerationserscheinung, die bei ungenügender Fütterung der Raupe wiederholt erzogen wurde.

Herr Dr. Rebel bespricht und demonstriert eine neue Lokal- form von Thais Cerisyi God., für die er den Namen var. Cretica in Vorschlag bringt.

Herr Martin Holtz, der im heurigen Jahre eine Sammelreise nach Kreta unternommen hatte, erbeutete im zentralen Teile der Insel bei Asitaes in der Zeit vom 25. April bis 14. Mai in mehreren männhchen Stücken, jedoch nur in einem tadellosen weiblichen Exemplar eine (7ms«/i -Varietät, die sich als eine neue ausgezeich- nete Lokalform herausstellte.

Dieselbe ist die schwächst gezeichnete aller bisher bekannt gemachten Cerisyi-F ormen und zeigt in beiden Geschlechtern keine Spur einer hervorspringenden Zahnbildung der Hinterflügel, wodurch sie auffallend rundflügelig erscheint. Die Unterseite der Vorder-

Versammlung der Sektion für Lepidopterologie.

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fliigel (wie jene der Stammform) ohne Orangefleck im Apikalteile der Vorderfliigel.

Das cf zeigt auf den Vorderfliigeln nur den zweiten und vierten Kostalfleek besser entwickelt und die Antemarginalbinde auf drei verbundene Kostalflecke reduziert. Die Diskalflecke in Zelle 2 und 3 treten bei den meisten Stücken nur punktförmig auf. Auf den Hinterflligeln sind die roten Flecke auf einen kleinen Kostal- fleck und einen noch kleineren Fleck ober dem Analwinkel redu- ziert. Die schwarzen Zacken am Saume sind ausnehmend kurz und zeigen nur schwache punktförmige Eeste einer inneren Begren- zung. Die schwarze Innenrandfärbung und der Diskalfleck in Zelle 2 ist schwächer als bei der Stammform.

Das 9 läßt sich in seiner hellen, dem c? voflständig gleichen- den Grundfarbe mit dem 9 keiner anderen Lokalform verwechseln, am wenigsten mit jenem der var. Caucasica (der es in den gerundeten Hinterflügeln näher kommt), da es den Innenrandteil der Vorder- flügel bis zur Antemarginalbinde ungefleckt zeigt, wogegen Cau- casica 9 gerade hier starke schwarze Fleckenbildungen aufweist. Die Zeichnung der Hinterflügel entspricht noch am besten jener der Stammform, die roten und blauen Antemarginalflecke sind aber hier viel schwächer ausgeprägt, hingegen die Zackenbildung der gelben Antemarginallinie eine viel tiefere. Durch die bleiche Grund- farbe und den Mangel einer stärkeren Zahnbildung auf Eippe 4 der Hinterflügel kann Cretica 9 gewiß nicht mit jenem der Stamm- form verwechselt werden.

Vorderflügellänge (cf , 9) 25 28 mm.

Die Diagnose der var. Cretica könnte lauten: minus siynata al. post. ecaudatis, 9 '^^ciri simüis.

Das Auffinden einer Cerisyi -Form auf Kreta verdient vor allem schon darum ein hohes Interesse, weil die Art auf dem griechischen Festlande mangelt.^) Eine Besiedlung von Kreta durch sie hat daher gewiß nicht von Morea aus erfolgen können. Auf der Insel Rhodus fliegt eine von der Stammform kaum zu trennende Cms?/i -Varietät, die häufig gelbe statt rote Flecke der Hinterflügel zeigt (Erber, cT, 9, Mus. Caes.).

^) Cfr. Berl. Ent. Zeit., XLVII, 1902, p. 87, Anm.

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Versammlung der Sektion für Lepidopterologie.

In phylogenetischer Hinsicht scheint var. Deyrollei noch die meisten Charaktere der gemeinsamen Stammform erhalten zu haben. Dafür spricht nicht nur die bei ihr am schärfsten auftretende Zahnbildung der Hinterfltigel, sondern vor allem der hier noch am weitestgehende Dimorphismus der Geschlechter. Von ihr dürfte sich einerseits die europäische (nur nomenklatorisch als Stammform zu bezeichnende) Cerisyi und andererseits die insular differenzierte var. Cretica ableiten lassen. Var. Caucasiea stellt eine schon länger getrennte, durch die reiche Fleckenbildung, namentlich auch im Saumfeld der Hinterflügel, sehr ausgezeichnete Easse dar.

Neue exotische Staphyliniden.

Beschrieben von

Dr. Max Bernhauer

in Stockerau. (Eingelaufen am 18. September 1903.)

1. Eleusis spectahilis nov. spec.

Nigerrima, subnitida, depressa; capite longitudine tertia parte latiore, posterius immarginato, suhtüissime pundato, thorace longi- tudine duplo fere latiore, margine laterali cum. dente magno acuto; elytris thorace dimidio longiorihus. Long. 11mm (sine mandihulis) .

MadagasJcar.

Doppelt so groß als Eleusis howa m., aber in der Form der einzelnen Körperteile verschieden gebaut; der Kopf ist viel kürzer, hinten nicht gerandet, der Halsschild ebenfalls viel kürzer, der Glanz der Oberseite infolge stärkerer Chagrinierung gedämpftem, s.w.

Tief schwarz, mäßig glänzend, mit rötlichen Schienen und Tarsen, stark niedergedrückt, kahl.

Kopf wenig schmäler als der Halsschild, nach vorne schwach verengt, um ein Drittel breiter als lang, hinten nicht gerandet, auf der hinteren Hälfte mit deutlicher Mittelfurche, welche sich nach vorne in einen flachen Eindruck verbreitert, im Grunde sehr deut-

Neue exotische Staphyliniden.

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lieh netzartig gewirkt, außerdem mit äußerst feinen, ziemlich un- deutlichen Pünktchen sehr vereinzelt besetzt.

Halsschild so breit als die Flügeldecken, fast doppelt so breit als lang, nach hinten stark verengt, vorne mit breit abgesetzter Seitenrandkehle, im hinteren Drittel des Seitenrandes mit einem über die Fläche des Halsschildes erhobenen, kräftigen spitzigen Zahne, in der Mittellinie sehr fein gefurcht, am Vorderrande jeder- seits mit einem starken, schief nach innen gerichteten länglichen Eindruck und ein bis zwei Punkten, deutlich chagriniert, mäßig glänzend.

Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halsschild, zu- sammen fast quadratisch, jederseits mit zwei mäßig starken, borsten- tragenden Punkten, deutlich, aber äußerst fein, chagrinartig längs- gestrichelt,

3. Mleiisis propinqua noY. spec.

Nigra, nitida, depressa, pedihus palpisque rufo-piceis.

Ab E. lioiva m. corpore angustiore, capite multo longiore, laterihus parallelis, antennis longiorihus, articidis ultimis ohlongis, thorace elytrisque longiorihus facile distinguenda. Long. 7'5 mm.

Madagaskar.

Mit Eleusis howa nahe verwandt, aber durch nachfolgende Merkmale bestimmt verschieden:

Der Körper ist schlanker und schmäler, die Färbung ist schwarz mit pechroten Beinen und Tastern.

Der Kopf viel länger, so lang als breit, mit weniger abge- rundeten Vorderecken, vollkommen parallelen Seiten, während diese bei Imva gegen das hintere Viertel deutlich schwach erweitert sind, die Chagrinierung ist etwas schwächer, die Punktierung etwas weniger fein und weniger weitläufig, die Schläfen viel länger als bei howa, der Hinterrand so wie bei letzterer scharf gerandet; die Fühler länger und von anderer Struktur; während die GHeder 3 bis 7 bei howa langgestreckt, die folgenden aber kugelig oder quer sind, ist bei propinqua das dritte und vierte Glied deutlich weniger lang, die folgenden bis zum zehnten gleichgebildet, konisch, etwas länger als breit.

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Max Bernhauer.

Der Halsscliild ist viel länger, so lang- als breit, mit vollständig abgerundeten Hinterecken, etwas weniger flach, viel feiner und zerstreuter punktiert, feiner chagriniert.

Flügeldecken etwas länger als bei howa, feiner chagriniert, ohne deutliche Punktierung; das einzige vorliegende Exemplar be- sitzt auf jeder Decke nur einen feinen Borstenpunkt, während bei hoiva fast immer zwei solche Punkte vorhanden sind.

Ein einziges Exemplar aus Madagaskar in der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums in Wien (ex Coli. Eppels- heim).

3. JEleusis hrachyptera iiov. spec.

Nigerrima, nitidissima, depressa, pedibus piceis; capite poste- rius immarginato, tJiorace transverso, margine laterali suhdentato, elytris thorace vix longioribus. Long. 8 mm.

Madagaskar.

Ebenfalls mit Eleusis howa m. am nächsten verwandt. Tief schwarz, stark glänzend, die Beine teilweise pechrot bis pechschwarz.

Der Habitus des Tieres und die einzelnen Körperteile stimmen mit hoiva im wesentlichen überein und ich konnte nur folgende Unterscheidungsmerkmale auffinden.

Der Kopf ist hinten ungerandet, ohne Andeutung der bei howa scharf ausgeprägten Querlinie am Scheitel; die Augen sind etwas kleiner.

Der Halsschild ist kürzer, hinten ähnlich wie bei howa ge- rundet, aber mit einem deutlich markierten stumpfwinkeligen Zahne im hinteren Drittel des Seitenrandes.

Die Flügeldecken sind viel kürzer als bei howa, nur wenig länger als der Halsschild.

Ebenfalls ein einziges Stück in der Sammlung des k. k. natur- historischen Hofmuseums in Wien, welches von Sikora auf Mada- gaskar aufgefunden wurde.

4. Eleusis rectangulum Fauv. L 1. nov. spec.

Picea, elytrorum hasi, antennis pedihusque rufo-piceis, niti- dissima, depressa; capite posterius immarginato, latitudine multo

Neue exotische Staphyliniden.

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longiore, tliorace suhtransverso, margine laterali denticulato, elytris tliorace dimidio fere longiorihus. Long. 5 6 mm. Madagaskar.

Von Jiotva und propinqua schon durch den hinten unge- randeten Kopf und die spitzig- vortretenden Seiten des Halsschildes, von hracJiyptcra durch viel längeren Kopf, längeren Halsschild und viel längere Flügeldecken verschieden.

Pechfarben, die Flügeldecken an der Basis, die Fühler und Beine sowie die Hinterleibsspitze heller, flach gedrückt, stark glän- zend, der ganze Körper sehr fein und weitläufig punktiert, im Grunde äußerst fein, aber deutlich längsstreifig chagriniert.

Kopf so breit als der Halsschild, sehr langgestreckt, um ein Drittel länger als breit, hinten ungerandet, die Schläfen mehr als dreimal so lang als der Längsdurchmesser der Augen. Fühler ähnlich wie bei hotva, ihr letztes Glied aber deutlich kürzer, nur mäßig länger als das vorhergehende.

Halsschild so breit als die Flügeldecken, beiläufig um ein Viertel breiter als lang, nach rückwärts stark verschmälert, mit spitzwinkelig vorgezogenen Seitenzähnen, in der Mittellinie äußerst fein gefurcht, am Vorderrande neben den Vorderecken mit dem normalen Eindrucke.

Flügeldecken fast um die Hälfte länger als der Halsschild, jederseits auf der Scheibe mit zwei bis drei in einer Längsreihe stehenden Borstenpunkten.

In der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums und in meiner eigenen.

5. Bleusis bicarinata nov. spec.

Picea, subnitida, depressa, elytrorum macula humerali flava, antennis, ore pedihusque ferrugineis; capite posterius imniarginatOy quadrato, suhtiliter punctato; tliorace cor dato, margine laterali denti- culato, anteriore prope angulos utrinque impresso, impressionihus externe carinatis, elytris tliorace multo longiorihus, dbdomine fortius alutaceo, fere opaco. Long. 4'5 mm.

Madagaskar.

In der Färbung ganz mit Eleusis inermis m. übereinstimmend, aber schon bei oberflächlicher Betrachtung durch hinten unge-

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Max Bernhauer.

randeten Kopf, nach hinten stärker verengten Halsschild, die stark vorspringenden Seitenzähne desselben, deutliche Punktierung des Körpers, fast matten Hinterleib und die seitwärts kielförmig auf- geworfenen Eindrücke am Vorderrande des Halsschildes zu unter- scheiden.

Pechschwarz, mäßig glänzend, ziemlich flach, eine sehr große Makel auf jeder Flügeldecke hellgelb, die Fühler und Beine sowie der Mund rostrot.

Kopf so breit als der Halsschild, so lang als breit, deutlich längsrissig skulptiert, fein und nicht allzu weitläufig punktiert, in der Mittellinie vorne mit einem breiten, hinten mit einem kleinen flachen Eindruck, die Schläfen kaum doppelt so lang als der Augen- durchmesser. Die Fühler ziemlich kurz, die vorletzten Glieder ziemlich stark quer, das letzte so lang als die zwei vorhergehenden zusammen.

Halsschild vorne so breit als die Flügeldecken, daselbst so breit als lang, herzförmig, nach hinten sehr stark verengt, am Hinterrande kaum mehr als halb so breit als am Vorderrande, im hinteren Drittel des Seitenrandes mit einem scharf markierten rechtwinkeligen Zahne, am Vorderrande neben den Vorderecken jederseits mit einem Eindrucke, dessen gebogener Außenrand scharf kielförmig erhoben ist, in der Mittellinie äußerst fein unvollständig gefurcht, überall deuthch längsrissig skulptiert ^nd fein und nicht allzu weitläufig punktiert.

Flügeldecken viel länger als der Halsschild, fein und weit- läufig punktiert.

Abdomen ziemlich grob chagriniert, fast matt, außer den Borstenpunkten unpunktiert.

In der Sammlung des k. k. naturhistorischen Hofmuseums und in meiner eigenen.

6. Eleusis bisulcata nov. spec«

Picea, alutacea, suhnitida, subdepressa, antennarum bas% pal- pis pedibusque ferrugineis; capite quadrato, posterius transverse impresso, sat fortiter parce punctato; thorace cor dato, bisidcato^ singulariter punctato; elytris laevigatis. Long. 6 mm.

Madagaskar.

Nene exotische Staphyliniden.

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Unter allen mir bekannten Eleusis -ArtGii durch den jederseits auf der Scheibe mit einer Längsfurche versehenen Halsschild ver- schieden.

Pechschwarz, die Flügeldecken und der Hinterleib größtenteils pechrot, die Fiihlerwurzel, Taster und Beine rostrot, mäßig- glänzend, mäßig niedergedrückt.

Kopf so breit als der Halsschild^ so lang- als breit, hinten durch eine ziemhch breite Querfurche deutlich abgeschnürt, jeder- seits innerhalb der Fühlerwurzel mit einem rundlichen Grübchen, ziemlich kräftig, etwas ungleich und undicht punktiert, im Grunde deutlich uetzartig gewirkt, nur mäßig glänzend. Die Fühler mäßig kurz, die vorletzten Fühlerglieder nicht quer, das letzte GHed wenig länger als das vorletzte.

Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken, herzförmig, nach hinten stark verengt, so lang als breit, am Seitenrande un- gezähnt, die Eindrücke am Vorderrande stark reduziert, auf der Scheibe mit zwei vom ersten Drittel bis gegen den Hinterrand reichenden, nach hinten deutlich konvergierenden Längsfurchen^ fein und einzeln punktiert, im Grunde deutlich längsgestrichelt, mäßig glänzend.

Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, äußerst fein längsgestrichelt, fast unpunktiert.

Ein einziges, mir von Magistratsrat Dr. Pia so n abgetretenes Stück von Madagaskar befindet sich in meiner Sammlung.

7. JEleusis mutica Fauv. i. 1. nov. spec.

Nigra, nitidissima, stihtiUssime alutacea, fere impundata, valde depressa; capite transverso, thorace elytris angustiore, sine dentihus lateralihus, laevissimo ; antennis gracilihus. Long. 4 mm.

Äfrica occidentalis, Gaboon.

Eine sehr stark glänzende, fast unpunktierte Art mit schlanken Fühlern.

Kopf so breit als der Halsschild, deutlich breiter als lang, hinten nicht gerandet, äußerst fein, kaum sichtbar einzeln punktiert, ohne Eindrücke, die Schläfen hinter den Augen fast kürzer als deren Längsdurchmesser. Fühler lang und schlank, ihr zweites und

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Max Bernhauer,

drittes Glied ziemlich gleich lang, die folgenden viel länger als breit, das vorletzte noch immer so lang als breit.

Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken, so lang als breit, ohne Eindrücke, so wie der Kopf äußerst fein quer gerunzelt, stark glänzend, am Vorderrande neben den Vorderecken jederseits mit zwei bis drei Punkten, am Seitenrande gleichmäßig nach hinten verengt, ohne Zähnchen.

Flügeldecken um ein Viertel länger als der Halsschild, un- punktiert, äußerst fein längsgestrichelt, stark glänzend.

Hinterleib unpunktiert, deutlich, viel stärker chagriniert als der Vorderkörper und weniger glänzend als dieser.

Gaboon (Libreville), gesammelt von Moequerys.

8. lAspimts puMventris nov. spec.

Linearis, piceus, thorace, elytrisque rufulis, antennis, ore pedi- husque rufotestaceis, depressus, opacus; thorace suhcordato, trisul- cato, alutaceo, elytris abdomineque subtüiter densissime pundatis, hoc dense pubescente. Long. 2 mm.

Äfrica occidentalis, Gaboon.

Durch die äußerst dichte Punktierung und deutUche Pubes- zenz des Hinterleibes sehr ausgezeichnet.

Von gleich breiter, ziemlich stark niedergedrückter Gestalt, pechschwarz, die Flügeldecken, der Halsschild, die Hinterleibsspitze sowie die Hinterränder der einzelnen Segmente rötlich, die Fühler, Taster und Beine rötlichgelb.

Kopf etwas schmäler als der Halsschild, äußerst fein chagri- niert, matt; Fühler ziemlich kräftig, die vorletzten Fühlerglieder quer.

Halsschild vorne wenig schmäler als die Flügeldecken, nach rückwärts ziemlich stark, ausgeschweift verengt, so lang als breit, auf der Scheibe mit drei feinen, schwach ausgebildeten Längskielen, die gegen den Vorder- und Hinterrand zu verschwinden, überall sehr fein und äußerst dicht chagrinartig punktiert, matt.

Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, zusammen etwas länger als breit, sehr fein, aber deutlich erkennbar und äußerst dicht chagrinartig punktiert, die Punktierung stärker als am Hals- schilde.

Neue exotische Staphyliniden.

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Abdomen fast etwas stärker, aber ebenso dicht punktiert als die Flügeklecken, mit weißgrauer Pubeszenz ziemlich dicht, nament- lich an den Seiten bekleidet.

Die vorliegenden Stücke stammen von Libreville (Mocquerys).

9. Lispimis specularis Fauv. i. 1. iiov. spec.

Picens, nitidus, anfennis, ore pedibusque ferrugineis; capite hiimpresso, thorace transverso, laterihus arcuatis, sMiliter parce pnnetato, fere sine impressionihus, elytris thorace parmn longiorihus, suhtilissime singidariter punctatis, abdomine siüjtilissime alutaceo, fere imptmctato. Long. 2' 5 mm.

Ins. Nias.

Mit Lispinus impressicoUis Kr. sehr nahe verwandt, in der Färbung und Gestalt sehr ähnlich, aber kleiner, glänzender, viel feiner und weitläufiger punktiert, der Halsschild höchstens mit äußerst schwachen Eindrücken.

Pechschwarz, die Hinterränder der Hinterleibsringe, die Fühler, Taster und Beine rostrot, glänzend, mäßig niedergedrückt.

Kopf etwas schmäler als der Halsschild, vorne jederseits mit einem schwachen Eindrucke, fein und spärlich punktiert, im Grunde äußerst fein, schwer erkennbar netzartig gewirkt. Fühler kurz^ die vorletzten Glieder quer.

Halsschild so breit als die Flügeldecken, deutlich quer, unge- fähr um ein Drittel breiter als lang, an den Seiten ziemlich gleich- mäßig gerundet, nur im letzten Viertel geradlinig verengt, mit deut- lich abgesetzten stumpfen Hinterwinkeln, oben fast ohne Eindrücke, nur vor den Hinterecken mit je einer schwachen Längsfurche, auf der Scheibe fein und weitläufig, ziemlich unregelmäßig punktiert, im Grunde kaum chagriniert.

Flügeldecken nur wenig länger als der Halsschild, außer den Furchen neben der Naht ohne Eindrücke, fein und spärHch punk- tiert, äußerst fein chagriniert.

Hinterleib deutlich netzartig gewirkt, weniger glänzend als der Vorderkörper, außer den normalen Borstenpunkten fast un- punktiert.

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Max Bernhauer.

10. Lispinus curticollis nov. spec.

Piceoniger, antennis, ore pedihusque ferrugineis, suhopacus, evi- denter alutaceus, suhtilius densius punctatus, fhorace quadriimpresso, transverso, suhcordato, elytris thorace multo longiorihus. Long. 3' 5 mm.

Tonlin (Montes Mauson, April, Mai, 2000—3000', H. Fruh- storfer).

Pechschwarz, die Fühler, Taster und Beine sowie die Hinter- leibsspitze rostrot, ziemlich depreß und fast matt.

Diese Art steht dem Lispinus angustatus Er. von Madagascar sehr nahe, ist aber von demselben durch nachfolgende Merkmale bestimmt verschieden:

Der Kopf ist etwas kürzer, aber im Verhältnis zum Halsschild schmäler, etwas feiner und weitläufiger punktiert.

Der Halsschild etwas kürzer, feiner und weitläufiger punk- tiert, die Seiteneindrücke länger und viel tiefer, der Zwischenraum zwischen den Seitenfurchen und dem Seitenrande fast beulenartig erhoben.

Der Hinterleib ist an den Seiten stark und weitläufig punk- tiert; die Chagrinierung weitmaschiger als bei angustatus.

11. Lispinus elongatus nov. spec.

Niger, antennis pedihusque piceis, ore tarsisque testaceis, sat depressus, nitidus, profunde densius punctatus, thorace longitudine non latior, prope marginem lateralem profunde sulcato, elytris tho- race multo longiorihus, ahdomine later'ibus suhtiliter parce strigoso. Long. 6 mm.

Sumatra (Si-Bamhe, Bezemler 1890 Iis März 1891, E. Mo- digliani).

In der Farbe und Körpergestalt mit L. hirmanus Fauv. sehr ähnlich, aber durch längeren Halsschild^ längeren und schmäleren Längseindruck vor den Hinterecken, schwächer ausgeschweifte Seiten, hinten weniger eingeschnürten Kopf und weitläufigere Punk- tierung der Flügeldecken verschieden.

Schwarz, glänzend, die Fühler und Beine pechbraun, der Mund und die Tarsen gelb, die Hinterleibsspitze rötlich.

Neue exotische Staphyliniden.

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Kopf schmäler als der Halsschild, vorne mit zwei rundlichen Eindrücken, hinten sehr wenig* eingeschnürt, grob und ziemlich dicht punktiert, im Grunde äußerst fein, schwer sichtbar chagri- niert. Fühler ziemlich lang, die vorletzten Fühlerglieder nicht oder kaum breiter als lang.

Halsschild kaum schmäler als die Flügeldecken, so lang als breit, nach hinten etwas mehr verengt als nach vorne, vor den Hinterecken sehr wenig ausgebuchtet, auf der Scheibe grob und ziemlich dicht, etwas unregelmäßig punktiert, neben dem Seiten- rande vor den Hinterecken mit tiefer, breiter Längsfurche, zwischen derselben und dem Seitenrande vorne stark erhoben, neben der Mittellinie ohne Eindrücke, gleichmäßig flach gewölbt. Zwischen den Punkten ist bei schärfster Lupenvergrößerung eine Längs- schraffierung schwach sichtbar. Die Hinterecken sind deutlich stumpfwinkelig.

Die Flügeldecken sind viel länger als der Halsschild, zu- sammen viel länger als breit, mit äußerst feiner Grundskulptur, fast ebenso stark, aber weitläufiger und unregelmäßiger punktiert als der Halsschild, ebenso glänzend wie dieser.

Der Hinterleib ist im Grunde fast ebenso fein als der Vorder- körper chagriniert, dagegen ist die Punktierung eine merklich feinere und weitläufigere. An den Seiten des vierten bis siebenten (zweiten bis fünften vollkommen freiliegenden) Dorsalsegmentes befinden sich jederseits einige feine, aber scharfe, etwas schräg nach innen verlaufende Linien, zwischen welchen einige größere Punkte hervortreten.

12. Holosus tenuicornis nov. spec.

Nitidus, piceus, antennis, ore pedibuscjue nifotestaceis, suhcon- vexiis; antennis parum incrassatis, artictdis 4 5 oUongis; capite thoraceque suldilissinie singulariter pimctatis, elytris fere impunctatis. Long. 2' 5 mm.

Africa occidentalis, Gcüjoon (Libreville).

Dem Holosus singularis Gerst. in der Gestalt sehr ähnlich, aber dreimal kleiner, mit viel längeren Fühlern und viel schwächerer Punktierung des ganzen Körpers.

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Max Bernhauer.

Pechschwarz, Fühler, Taster, Beine und die Hinterränder der Hinterleibsringe rötlichgelb, glänzend, mäßig gewölbt.

Kopf äußerst fein und sehr spärlich, kaum erkennbar punk- tiert, zwischen den Fühlerwurzeln mit zwei schwachen Eindrücken; Fühler mäßig kurz, ziemlich schlank, das zweite bis fünfte Glied oblong, an Länge allmählich abnehmend, das sechste so lang als breit, kugelig, die fünf letzten Glieder eine deutlich abgesetzte Keule bildend, das letzte groß, fast so lang als die zwei vorher- gehenden zusammengenommen, das 7.— 10. Glied stark quer.

Halsschild hinten so breit als die Flügeldecken, nach vorne wenig verengt, deutlich breiter als lang, vor den Hinterecken mit einem starken Schrägeindruck, auf der Scheibe sehr fein und spärlich punktiert.

Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, so wie das Abdomen kaum wahrnehmbar punktiert.

Libreville.

13. TTolosus plicattis nov, spec.

Nigerrimus, nitidissinms, antennis fuscis, ore pedihusque ferru- gineis ; capite tJiorace elytrisque sat fortiter densius pundatis ; tJiorace subtransverso, quadrisulcato, laterihus sinuatis ; elytris thorace lon- giorihus, prope suturani hicarinatis. Long. 4 mm.

Sumatra (Siboga, OMoher 1890 Us März 1891, E. Modi- gliani).

Tief schwarz, stark glänzend, die Fühler rötlichbraun, der Mund rostgelb, die Beine pechrot. Kopf, Halsschild und Flügel- decken ziemlich kräftig und ziemlich dicht punktiert.

Kopf viel schmäler als der Halsschild, gleichmäßig gewölbt. Fühler ziemlich kurz, das vierte bis sechste Fühlerglied knopfförmig, die folgenden schwach abgesetzt, deuthch quer.

Halsschild schmäler als die Flügeldecken, schwach quer, nur um ein Viertel breiter als lang, nach rückwärts stark ausgeschweift verengt, vor der Basis mit vier tiefen und breiten Längsfurchen, von denen die seitlichen bis zum Hinterrande reichen.

Flügeldecken länger als der Halsschild, zusammen quadratisch, neben der Naht bis zum hinteren Viertel stumpf kielförmig auf- geworfen, auf der vorderen Hälfte der Scheibe mit einem zweiten

Neue exotische Staphyliniden.

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kleineren und schärferen Kielchen, zwischen beiden Kielen tief eingedrückt.

Hinterleib nach rückwärts sehr wenig verengt, fein und spärlich punktiert, auf den vorderen Segmenten dichter, auf dem sechsten weitläufiger mit schrägen, scharf eingeprägten Strichen besetzt, von denen die innersten sich fast halbkreisförmig ver- binden. Der Hinterleib ist weniger stark glänzend als der Vorder- körper, an der Basis der Dorsalsegmente stark, sonst äußerst fein, kaum wahrnehmbar netzartig gewirkt.

Durch den ausgeschweiften Halsschild, dessen vier Längs- furchen und die Kiele auf den Flügeldecken leicht kenntUch.

14. Holosiis elef/ans nov. spee.

Praecedenti simillwiiis, thorace hisulcaio, elytris simjjlicihus, non carmatis,pimctiira suhUliore etparciore distmguendus. Long. 5' 2 mm.

Sumatra (Si-Bamhe, Juli 1890 bis Mär ^ 1891, E.Modigliani).

In der Färbung mit der vorigen Art vollkommen überein- stimmend, auch in der Körpergestalt sehr ähnlich, jedoch durch nachfolgende Merkmale verschieden.

Die Punktierung des ganzen Körpers ist eine durchwegs viel feinere und weitläufigere, der Glanz deshalb stärker. Der Hals- schild etwas länger, nur neben den stark ausgeschweiften Seiten auf der hinteren Hälfte sehr tief und breit der Länge nach aus- gehöhlt. Die Flügeldecken sind viel länger^ gleichmäßig flach ge- wölbt, nur neben der Naht mit einer eingegrabenen Linie.

15. Holosus sumatrensis nov. spec.

Rufus, elytris piceis, ore pedihusque testaceis, nitidissimus, om- nino suhtilissime parce xmnctatm, thorace suhquadrato, laterihus vix sinuatis. Long. 3' 5 mm.

Sumatra (vom seihen Fundorte tvie der vorige).

Habituell dem Holosus tacJiyporiformis Mötsch, sehr nahe- stehend und nur in folgendem verschieden:

Die Färbung ist rot, die Flügeldecken schwarz, die Beine und Taster gelb. Die Punktierung des Kopfes ist dreimal so fein und viel weitläufiger, ziemlich unbestimmt und schwer sichtbar.

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Max Bernhauer.

Der Halsschild ist nach vorne etwas weniger verengt, mehr viereckig- mit sehr schwach gerundeten Seiten, der Längseindriick in den Hinterecken ist viel seichter, die Punktierung feiner und weitläufiger.

Die Flügeldecken sind etwas unbestimmter punktiert, der Hinterleib ist weniger nach hinten verengt.

16. Omalium arenarium nov. spec.

Piceum, tJiorace, elytris, antennis, palpis, pedibmque rufotesta- ceis, ahdominis segmentorum margine apiceque rufis, capite, thora- ceque nitidis, subüliter parum dense punctatis, elytris dense ruguloso- punctaüs. Long. 3 mm.

Kap der guten Hoffnung.

Durch die Färbung, die feine Punktierung des fast ebenen Halsschildes und die runzelige Punktierung der Flügeldecken aus- gezeichnet.

Schwarz^ der Halsschild und die Flügeldecken, die Fühler, der Mund und die Beine rötlichgelb, der Hinterleib mehr rostrot mit dunklerer Basis der Segmente.

Kopf klein, kaum halb so breit als der Halsschild, glänzend, zwischen den Fühlerwurzeln mit zwei grübchenförmigen Eindrücken, hinten knapp vor den Ozellen mit je einem kurzen, nach außen gerichteten, eingegrabenen Striche, in der Mitte und namentlich vorne sehr spärlich und fein, hinten und an den Seiten ziemlich dicht gerunzelt; Fühler mäßig kurz, die fünf ersten Glieder ge- streckt, viel länger als breit, die folgenden quer, allmählich breiter werdend, zusammen eine deutlich abgesetzte Keule bildend, das Endglied groß.

Halsschild etwas schmäler als die Flügeldecken, quer, nach rückwärts schwach verengt, jederseits auf der Scheibe, an den Seiten und vor den Hinterecken sehr schwach, wenig deutlich niedergedrückt, glänzend, fein und undicht punktiert; zwischen den Punkten tritt noch eine zweite, äußerst feine Punktierung schwach hervor.

Flügeldecken mehr als doppelt so lang als der Halsschild, flach, ziemlich kräftig und dicht runzelig punktiert, mäßig glänzend.

Abdomen chagriniert, ziemlich matt.

Neue exotische Staphyliniden.

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17. Osorius alufaceus noT. spec.

Alutaccus, sithnitldus, convexiis, wigerrimus, palpis tarsisque rufis ; capite stihtUiter sparsim pundato, prope oculos rugoso-striato, thorace iransverso, suhcordato, suhtiliter sparsim pundato, elytris tlm'ace parum longiorihus, suhtiliter scoriaceo-rugidosis. Long. 16 mm.

Madagaskar.

Ganz vom Aussehen der zweiten mir aus Madagaskar be- kannten Art indsicruriis, jedoch sehr leicht durch doppelt größere Gestalt, die deutliche Chagrinierung und stärkere Punktierung von Kopf und Halsschild^ breiteren Halsschild und die lederartige Run- zelung der Flügeldecken zu unterscheiden.

Tief schwarz, wenig glänzend, die Taster pechrot, die Tarsen rostrot. Kopf so breit als der Halsschild, sehr deutlich chagriniert, mäßig fein und spärlich, aber etwas dichter als bei incisicrurus, am Halse in geringer Ausdehnung fein und äußerst dicht punktiert, neben den Augen kräftig längsgestrichelt.

Halsschild vorne so breit als die Flügeldecken, deutUch quer, viel breiter als bei indsicrurus, an den Seiten nach rückwärts ausgeschweift verengt, vor den Hinterecken grubig eingedrückt^ vor dem Eindrucke mit einer starken Beule, auf der hinteren Hälfte der Scheibe jederseits der Mittellinie mit Längseindrücken, in denselben mit einer etwas unregelmäßigen Punktreihe, außer- halb derselben mäßig fein und spärlich punktiert, im Grunde sehr deutlich chagriniert.

Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, an der Basis innerhalb der Schultern kräftig eingedrückt, sehr fein und ver- worren lederartig gestrichelt, wenig glänzend, an den Seiten mehr glänzend, weniger gerunzelt und einzeln punktiert.

Hinterleib gleichmäßig dicht, sehr deutlich chagriniert, mäßig glänzend.

18. Osorius triincorum Fauv. i. L noY. spee.

Nigerrimus, nitidissimus, antennis pedihusque rufopiceis ; capite inter oculos dense strigoso, anterius granulato, thorace suhcordato,

Z. B. Ges. Bd. LIV. 2

18

Max Bernhaiier.

fortiter densius punciato, elytris parce fortiter suhseriatim punctatis, abdomine sat fortiter parce punctato. Long. 9' 5 mm. Africa orientalis (Zanzitar).

Mit Osorius rugiceps Kr. in der Punktierung des Kopfes nahe verwandt, doch ist dieselbe weitläufiger. An dem viel gröber und dichter punktierten Halsschilde ist die neue Art sofort von rugiceps Kr. zu erkennen.

Tief schwarz, stark glänzend, nicht chagriniert, die Fühler und Beine pechrot.

Kopf deutlich schmäler als der Halsschild, im hinteren Viertel glänzend glatt, ohne Skulptur, in der Mittelpartie zwischen den Augen sehr dichtrunzelig gefurcht, die Zwischenräume der Furchen stark faltenförmig erhoben, in der Mitte mit einer mäßig breiten, glatten Längslinie; der vordere Teil des Kopfes ist mäßig dicht und sehr kräftig gekörnt, die Körner namentlich vorne stark in die Länge gezogen. Der Vorderrand der Stirne und des Klypeus mehr oder minder deutlich gekerbt. Die Fühler sind mäßig kurz, die vorletzten Fühlerglieder ungefähr um die Hälfte breiter als lang.

Halsschild breiter als lang, vorne so breit als die Flügel- decken, nach hinten ausgeschweift verengt, der Seitenrand vor den scharfen Hinterecken durch einen starken Eindruck stark ab- gesetzt, in der MittelHnie glatt^ unpunktiert, jederseits derselben kräftig und ziemlich dicht punktiert, die Punkte teilweise der Länge nach ineinander fließend.

Flügeldecken wenig länger als der Halsschild, kräftig und weitläufig, stellenweise unregelmäßig gereiht punktiert.

Hinterleib ziemHch kräftig und weitläufig, hinten noch weit- läufiger punktiert.

19. Osorius JSppelsJieimi nov. spec.

Nigerrimus, nitidus, abdomine subtilissime alutaceo, antennis palpis pedihusque ferrugineis; capite sat fortiter longitudinaliter stri- goso, thorare subtransverso, laterihus non sinuatis, dense sat fortiter punctato, elytris dense punctatis, abdomine suhtiliter densius punc- tato. — Long. 7- 5 mm.

Sunda-Lnseln : Mentawei.

Neue exotische Staphyliniden.

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Mit Osorius punctipennis Fauv. nahe verwandt, von dem- selben durch viel weitläufiger punktierten Halsschild und weit- läufiger punktierte, kürzere Flügeldecken leicht zu unterscheiden.

Tief schwarz, die Fühler, Taster und Beine rostrot, ziemlich stark glänzend.

Kopf etwas schmäler als der Halsschild, hinten glänzend, glatt, die vorderen drei Viertel ziemlich stark längsgerunzelt, mit stark faltig erhobenen Zwischenräumen, vorne stellenweise mit läng- lichen Körnern besetzt, ziemlich matt, eine Stelle ober der Fühler- einlenkungsstelle glatt, die Mittellinie schmal und scharf kielförmig erhaben ; der Vorderrand abgestutzt, sehr seicht doppelbuchtig, die Ecken verrundet. Fühler ziemlich lang, die vorletzten Glieder knopfförmig, kaum breiter als lang.

Halsschild vorne so breit als die Flügeldecken, nach rück- wärts ziemlich gleichmäßig, sanft gerundet verengt mit stumpf verrundeten Hinterecken und kaum abgesetztem Seitenrande, in der Mittellinie unpunktiert, glatt, sonst ziemlich kräftig und dicht, aber weniger dicht als bei punctipennis Fauv. punktiert, glänzend.

Flügeldecken länger als der Halsschild, ziemlich glänzend, ebenso stark und dicht, aber noch etwas seichter als der Hals- schild punktiert, zwischen den gröberen Punkten mit einzelnen sehr feinen Pünktchen besetzt, die Zwischenräume äußerst schwach nadelrissig skulptiert.

Abdomen äußerst fein chagriniert, schwächer glänzend als die Flügeldecken, ziemlich fein und ziemlich dicht punktiert.

Die vorliegenden Stücke wurden von Modigliani auf Men- tawei (Si Obau, IV. -VIII. 1894) gesammelt und fanden sich in der Eppelsheimschen Sammlung als affinis Epp. i. 1.

30. Osorius JEggersi nov. spec.

Eufotestaceus, nitidus, antennis, palpis pedibusque flavis; capite, thorace elytrisque sat fortiter densius aecpicditer punctatis, thorace latitudine longiore, suhcordato, abdomine confertim punctata, almtaceo. Long. S'o mm.

Insula St. Thomas.

Eine durch die kleine Gestalt, die Art der Punktierung und die Gestalt des Halsschildes genügend gekennzeichnete Art.

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Max Bernhauer.

Rotgelb, die Fühler, Taster und Beine hellgelb; ob die mir vorliegenden Tiere vielleicht noch nicht ganz ausgereift sind, kann ich vorläufig nicht ermessen, sie machen ganz den Eindruck aus- gefärbter Exemplare.

Kopf etwas schmäler als der Halsschild, bis auf die glatte unpunktierte Scheitelpartie und zwei glänzende glatte Höckerchen ober der Fühlereinlenkungsstelle kräftig und ziemlich dicht punk- tiert, glänzend. Die Fühler mit schwach queren, knopfförmigen vorletzten Gliedern.

Halsschild am Vorderrande fast breiter als die Flügeldecken, bis hinter die Mitte geradlinig, von da etwas stärker und sehr sanft ausgeschweift verengt, mit stumpfwinkeligen, an der Spitze verrundeten Hinterecken und nicht abgesetztem Seitenrande, vor den Hinterecken wenig eingedrückt, kräftig und ziemlich dicht punktiert, glänzend, mit glatter unpunktierter Mittellinie, deutlich etwas länger als am Yorderrande breit.

Flügeldecken kaum länger als der Halsschild, fast ebenso kräftig wie der Halsschild, aber viel seichter punktiert, mäßig glänzend.

Hinterleib ziemlich kräftig und dicht punktiert, im Grunde deutlich chagriniert mit stark gedämpftem Glänze.

31. Trogophloeus pustulatus nov. spec.

Niger, parum nitidus, ely fromm macula apicali, antennarum palporumque hasi, pedihus testaceis; thorace arcuatim transverse im- presso, corpore toto suhtiliter confertissime punctato. Long. 2' 5 mm.

Annam.

In die arma^i*s- Gruppe gehörig, durch die eigenartige Färbung und dichte und feine Punktierung sehr ausgezeichnet.

Schwarz, die inneren Apikaiwinkel jeder Flügeldecke, das erste Fühlerglied, die Wurzel der bräunlichen Taster und die Beine hellgelb, die Schienen gebräunt. Auf den Flügeldecken erscheint demnach eine einzige, nicht sehr große Makel am Nahtende.

Kopf so breit als der Halsschild, mit zwei Längseindrücken, sehr fein und sehr dicht punktiert, wenig glänzend. Augen sehr groß, fast die ganzen Kopfseiten einnehmend, stark vorgequollen, grob facettiert. Fühler mäßig lang, ihre vorletzten Glieder etwas quer.

Neue exotische Staphyliniden.

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Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, stark quer, um mehr als die Hälfte breiter als lang, nach hinten ziemlich stark verengt, vor der Basis mit einem tiefen, bogenförmigen Quereindruck, vor welchem sich meist noch zwei schwäxihere Ein- drücke befinden, überall fein und dicht punktiert, daher nur mäßig glänzend.

Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halsschild, zu- sammen quer viereckig, mit stark vorstehenden Schultern, überall fein und sehr dicht punktiert, wenig glänzend.

Abdomen fein und dicht punktiert, etwas glänzender als der Vorderkörper.

Eine Reihe übereinstimmender Stücl^e aus Annam (Phuc-Son, XL, Xn.), gesammelt von H. Fruhstorfer.

32. Trogophloetis socius nov. si>ec.

Niger, suhnitidtis, elytrorum macida apicali, antennarum pal- poriimque hasi, pedibiis testaceis, Iiis nigricantihus; capite subtilissime conferfim punctato, tJiorace elytrisque minus siibtiliter densius punc- tatis. Long. 4 mm.

Annam.

Im Habitus und in der Färbung dem TrogopMoeus pustulatus täuschend ähnlich, so daß ich nur die Merkmale anzuführen brauche, welche die beiden Arten von einander unterscheiden.

Die Färbung der Beine ist bei socius eine dunklere, außer den Schienen sind auch die Schenkel gebräunt, der Apikaifleck der Flügeldecken ist kleiner; der Halsschild ist etwas länger, die Punktierung etwas stärker und viel weniger dicht; die Flügel- decken sind viel stärker und weitläufiger punktiert, der Glanz des Körpers ist dadurch ein größerer.

Diese Art wurde am gleichen Orte wie pustulatus m. von H. Fruhstorfer erbeutet, scheint aber viel seltener zu sein; wenig- stens liegen mir nur vier Exemplare vor.

33. TrogopMoeus brasiliensis nov. spec.

Nigerrimus, suhnitidus, tarsis ferrugineis; antennis hreviuscuUs, articulis penidtimis iransversis, tliorace transverse arcuatim impresso;

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Max Bern hau er.

capite, thorace elytrisque aequaliter minus stibtiliter dense pundatis; ahdomine nitido, sitbtilissime parce punctato. Long, vix 3 mm. Brasilia (Santa Catarina).

Ebenfalls in die arcuatus-Gmi^^e gehörig, mit TrogopMoeus centralis Slirp. nahe verwandt, durch die tief dunkle Färbung der ganzen Fühler und der Beine sowie durch viel stärkere, weniger dichte Punktierung des Vorderkörpers und durch viel weitläufigere des Hinterleibes sofort zu unterscheiden.

Tief schwarz, ziemlich glänzend, die Tarsen rostrot.

Kopf so breit als der Halsschild, mit zwei Längsein drücken, wenig fein und dicht punktiert, mit großen vorstehenden Augen und kurzen, kaum ein Drittel des Augendurchmessers an Länge er- reichenden, aber deutlich markierten Schläfen; Fühler ziemlich kurz, die vorletzten Fühlerglieder etwa um die Hälfte breiter als lang.

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, nicht ganz um die Hälfte breiter als lang, kurz herzförmig, nach rückwärts stark, deutlich ausgeschweift verengt, mit einem sehr tiefen, queren Bogeneindruck vor der Basis und zwei kleineren Eindrücken vor demselben, überall ziemlich kräftig und dicht punktiert.

Flügeldecken doppelt so lang als der Halsschild, zusammen quadratisch, mit stark vorstehenden Schultern, ebenso kräftig und dicht punktiert als der Halsschild.

Hinterleib stark glänzend, sehr fein und weitläufig punktiert.

24, Trogophloeus fortepunctatus nov. spec.

Niger, nitidus, antennarum palporumque hasi pedihusque rufo- testaceis ; antennis hreviusculis, articulis penultimis transversis, thorace transverse arcuatim impresso ; capite, thorace elytrisque fortiter den- sius punctatis, ahdomine suhtiliter parce punctato, nitidissimo. Long. 3 mm.

Brasilia.

Mit der vorigen Art nahe verwandt, aber viel gröber und weitläufiger punktiert, auch durch die Färbung der Fühlerwurzel und der Beine leicht zu unterscheiden.

Schwarz, die Wurzel der Fühler und Kiefertaster, der Mund und die Beine rötlichgelb, stark glänzend.

Neue exotische Staphyliniden.

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Kopf so breit als der Halssehild, ziemlich kräftig- und dicht punktiert; die Aug-en etwas mehr vorragend als bei der vorigen Art mit kurzen Schläfen. Die Fühler ähnlich wie bei dieser, die vorletzten Fühlerglieder quer, doch liegen mir auch Stücke mit kaum transversalen Gliedern vor, ohne daß ich dieselben sonst von dieser Art zu unterscheiden vermöchte.

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, ähnlich wie bei der vorigen Art gestaltet und mit ähnlichen Eindrücken, gleich dieser mit dichter, nach vorne gerichteter Behaarung, aber außer- dem mit einer Anzahl langer Haare besetzt, sehr grob und ziem- lich weitläufig punktiert.

Flügeldecken nicht ganz doppelt so lang als der Halsschild, zusammen etwas breiter als lang-, mit stark vorstehenden Schulter- ecken, grob und wenig dicht punktiert, glänzend.

Der Hinterleib sehr glänzend, ziemlich fein und weitläufig- punktiert.

25. Trogophloeus Caseyi iiov. spec.

Nigerrimus, suhiitichis, pedihtis piceis, tarsis rufis; antennis seit hrevilms, articulis pemiltimis transversis ; capite, thorace elytris- que fortiter, Iiis dense, Ulis confertlm subrugoso-punctaüs, thorace hümxwesso, aljdomine suhtilissime parcms pundato. Long. 2' 8 mm.

America horealis (Michigan, Clarhs Lahe).

Tief schwarz, wenig glänzend, die Beine pechschwarz mit rötlichen Tarsen.

Kopf wenig schmäler als der Halsschild, grob und sehr dicht punktiert, fast matt, mit mäßig vortretenden Augen und deutlichen vortretenden, die Hälfte des Augendurchmessers an Länge über- treifenden, stark gerundeten Schläfen. Fühler ziemUch kurz, die vorletzten Fühlerglieder deutlich quer.

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, schwach quer, im ersten Drittel am breitesten, nach vorne schwach, nach rück- wärts stark, fast etwas ausgeschweift verengt, mit fein gekerbten Seiten, auf der Scheibe mit zwei meist schwachen Eindrücken, welche bisweilen in vier Grübchen aufgelöst sind, grob und sehr dicht punktiert, wenig glänzend.

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Max Bernhauer. Neue exotische Staphyliniden.

Flügeldecken wenig länger als der Halsschild, quadratisch, mit vorstehenden Schultern, ebenso grob, aber weniger dicht als der Halsschild punktiert, die Punkte wie bei diesem ineinander- fließend, mäßig glänzend.

Der Hinterleib sehr fein und ziemlich weitläufig punktiert, im Grrunde äußerst fein chagriniert.

Die Behaarung des Körpers ist grauweiß, am Vorderkörper spärlich, am Abdomen etwas dichter und länger.

36. Trogophloeus varicornis noT. spec.

Sat hrevis, subopacus, ni^er, antennarum hasi ajnceque pedihus elytrisqtie laete testaceis, omnino confertissime punctatus; antennarum arüciilis penuUimis transversis, temporihus hrevibus, oculis modice convexis. Long. 1'5 mm.

Grenada (Vendome Est., Leeward side, H. H. Smith).

Schwarz, fast matt, die zwei ersten und drei letzten Fühler- glieder, die Beine und die Flügeldecken hell rötlichgelb.

Kopf so breit als der Halsschild, fein und äußerst dicht punktiert, matt, mit mäßig großen, mäßig vorstehenden Augen, die Schläfen hinter denselben etwas länger als die Hälfte des Augen- durchmessers, etwas vorstehender als die Augen. Fühler kurz, die vorletzten Fühlerglieder stark quer.

Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, mäßig quer, etwa um ein Drittel breiter als lang, im ersten Drittel am breitesten, von da nach vorne mäßig, nach rückwärts stark und sehr schwach gerundet verengt, auf der Scheibe mit zwei äußerst schwachen Längseindrücken, nicht allzu fein und äußerst dicht punktiert, fast matt.

Flügeldecken um ein Drittel länger als der Halsschild, zu- sammen quer viereckig, mit vorstehenden Schultern, mäßig fein, viel stärker als der Halsschild, aber weniger dicht punktiert, etwas glänzend.

Hinterleib sehr fein und dicht punktiert, wenig glänzend.

Neue Honiopteren ans Süd-Schoa, Galla und den Somal-Ländern. 25

Neue Homoptereii aus Süd-Schoa, Galla und den Somal-Ländern.

Von

Dr. L. Melichar.

(Eingelaufen am 20. Oktober 1903.)

Herr Karl Freib. v. Erlanger hat in den Jahren 1900 und 1901 eine Forschungsreise durch Süd-Schoa, Galla und die Somal-Länder unternommen, über deren wissenschaftHche Ergeb- nisse derselbe in der Abteilung Berlin -Charlottenburg der Deutschen Kolonial-Glesellschaft am 3. Februar 1902 einen fesselnden Vortrag hielt, der auch in den „Verhandlungen" dieser Gesellschaft, 1902, Bd. VI, Heft 3, pubHziert wurde.

Auf der sehr beschwerlichen, mit vielen Gefahren verbundenen Reise durch bisher ganz unbekannte Gebiete hat Herr Freih. v. Er- langer auch zahlreiche Insekten, darunter Homopteren gesammelt, welche für die Kenntnis der Homopterenfauna Afrikas von großem Interesse sind.

Unter den gesammelten Homopteren befinden sich zahlreiche neue Arten, welche im nachstehenden beschrieben werden.

Cicadidae.

1. Platypleura laticollis nov. spec.

Der P. horisontalis Karsch, Berl. Ent. Zeitschr., 1890, Heft 1, S. 92, 7 ähnlich und insbesondere durch das sehr breite (17 bis 20 mm) Pronotum ausgezeichnet, dessen Seiten eckig und hori- zontal lamellenartig erweitert sind. Von P. horizontalis Karsch ist diese Art ferner dadurch verschieden, daß sich auf dem bräunlich- gelben Pronotum eine schwarze Querbinde befindet, welche dem Hinterrande näher gestellt ist, sich an den Seitenecken des Pronotum verbreitert und den ganzen hinteren Rand des Pronotum- lappens schwarz färbt. Der vordere Rand des Pronotumlappens ist gleichfalls schwarz, jedoch schmal gerandet. Der Hinterrand des

Z. B. Ges. Bd. LIV. 2**

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L. Melichar.

Pronotum schmal schwarz gesäumt, so daß zwischen diesem Saume und der erwähnten schwarzen Querbinde eine gelbliche Zone auf- tritt. Das Schildchen kastanienbraun, glänzend, an den Seiten spärlich grau behaart, in der Mitte der Basis mit zwei kurzen schwarzen dreieckigen Flecken. Deckflügel glashell, nur an der Wurzel schwach gelblich verfärbt, die Basalzelle sonach ganz gelb- lich gefärbt, während sie bei P. lionzontalis Karsch zum Teile mit Braun ausgefüllt ist. Die Nerven gelblich, die Apikalnerven dunkler, sämtliche Quernerven braun umsäumt. An den Enden der Apikal- nerven befinden sich schwachbraune Flecken, der Apikaisaum ist breit. Flügel hyaUn, die Wurzel schwach gelblich verfärbt, der Anallappen bräunlich. Grcwöhnlich ist auch der Umfangsnerv mehr oder weniger stark bräunlich gesäumt. Hinterleib oben schwarz, spärlich grau kurz behaart, unten bräunlichgelb, das Connexivum und die Mitte schwarz. Beine braun.

(f. Vorletztes Rückensegment wie beim $, letztes Rücken- segment schwarz, an den Seiten gelb, nach hinten in eine kurze Spitze verlängert. Genitalklappe kahnförmig, schwarz, gelb ge- landet.

9- Das vorletzte Rückensegment gelb mit einem schwarzen Längsfleck in der Mitte. Das letzte Segment in eine kurze scharfe Spitze vorgezogen, schwarz. Scheidenpolster gelb, die inneren Ränder und